Schwyzer KMU: Stimmung hellt sich auf
Die starke Differenz zwischen den beiden Sektoren zeigt sich auch im letzten Quartal des Jahres. Eine positive Veränderung der Stimmung ist aber sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor erkennbar. Für die Industrie dürfte der ausschlaggebende Punkt die neue Zollregelung zwischen den USA und der Schweiz gewesen sein. Dienstleister profitieren von einer verbesserten Konjunktur in den europäischen Märkten.
PMI Industrie nahe an der Wachstumsschwelle
Wachstumsschwelle = 50
- Schwyzer Industrielle schöpfen Zuversicht.
- Auftragsbestand stabilisiert sich.
- Lager werden aktiv aufgebaut.
Industrie atmet wieder auf
Mit der neuen Zollregelung zwischen der Schweiz und den USA hat sich der Gesamtindikator nach dem Tief im dritten Quartal wieder verbessert (49.0 Punkte). Er befindet sich knapp unter der Wachstumsschwelle. Auffällig ist der starke Aufbau der Rohmateriallager (56.2), der Zuversicht anzeigt. Die Lagerbestände an Fertigprodukten stiegen ebenfalls an (52.7). Insgesamt liegen die meisten Indikatoren höher als im Vorquartal. Beispielsweise sank der Auftragsbestand deutlich weniger stark (49.3). Dasselbe ist bei den Produktionsmengen (47.3) und den Einkaufsmengen (47.9) zu beobachten. Auf der Beschaffungsseite ist eine weitere Entspannung zu beobachten. Die Einkaufspreise stiegen nur noch geringfügig (51.4) und die Lieferfristen sanken ein weiteres Mal (48.6). Die Beschäftigung nahm im vierten Quartal 2025 weiter ab (47.3).
PMI Dienstleistungen mit beschleunigtem Wachstum
Wachstumsschwelle = 50
- Dienstleistungssektor mit starkem Wachstum.
- Auftragseingang verzeichnet positive Dynamik.
- Beschäftigung stagniert.
Dienstleistungsunternehmen wachsen rasant
Während der Industriesektor weiterhin Mühe beurkundet, steigt das Wachstum im Dienstleistungssektor weiter an (55.9 Punkte). Die Wachstumsabschwächung zu Beginn des Jahres 2025 wurde somit überwunden. Wie bereits im Vorquartal zeigen sämtliche Indikatoren Wachstum an. Besonders stark zugelegt hat die Produktion (59.3). Zudem konnten nach der Stagnation im Vorquartal wieder vermehrt Neuaufträge gewonnen werden (56.7). Dadurch hat sich auch der Auftragsbestand verbessert (55.1). Das Wachstum der Beschäftigung hat sich im vierten Quartal verlangsamt (50.6). Der Druck auf die Margen dürfte sich gemäss der Umfrage weiter verschärft haben, denn die Einkaufspreise (61.0) stiegen stärker als die Verkaufspreise (53.9).
Der PMI Kanton Schwyz
Der Einkaufsmanagerindex (Purchasing Managers' Index oder PMI) ist ein bewährter Vorlaufindikator zur Messung der Konjunktur. In der Erhebung werden Industrie- und Dienstleistungsunternehmen aus dem Kanton Schwyz zu ihrer Auftragslage und weiteren Komponenten befragt. Zur Auswahl stehen jeweils drei Antwortmöglichkeiten: mehr, gleich oder weniger im Vergleich zum Vorquartal. Werte über 50 prognostizieren ein Wachstum, Werte unter 50 einen Rückgang. Der Index zeigt lange vor dem detaillierteren Bruttoinlandprodukt (BIP) auf, wie sich die Wirtschaft voraussichtlich entwickeln wird. Der PMI kommt weltweit zur Anwendung und erzielt historisch gesehen recht genaue Resultate. Der PMI Kanton Schwyz ist eine Kooperation des Amts für Wirtschaft mit der Schwyzer Kantonalbank und wird quartalsweise erhoben und veröffentlicht.