Schwyzer KMU: Industrie zeigt grosse Zuversicht
Obwohl sich die höheren Energiepreise auch im Kanton Schwyz bemerkbar machen, sind die Unternehmen zuversichtlich. Besonders der Industriesektor zeigt ein starkes Wachstum an und übertrifft den ebenfalls hohen Schweizer Wert deutlich. Der Schwyzer Dienstleistungssektor kann nicht mit der Dynamik auf Landesebene mithalten, befindet sich aber dennoch deutlich über der Wachstumsschwelle.
PMI Industrie mit Rekordmarke
Wachstumsschwelle = 50
- Auftragsbestand und Produktion steigen stark.
- Rohmateriallager werden aufgebaut.
- Die Beschäftigungsdynamik nimmt zu.
Industrie: Höchster jemals gemessener Wert
Im dritten Quartal hat sich das Wachstum im Industriesektor deutlich beschleunigt (59.0 Punkte). Stärkster Treiber dieser Entwicklung war der Auftragsbestand, der deutlich angestiegen ist (62.1). Die Produktionsleistung wurde ebenfalls stark erhöht (59.3). Dies dürfte auch nötig sein, um die hohe Nachfrage zu bewältigen. Denn der Lagerbestand an Fertigprodukten war erneut leicht rückläufig (49.3), während mehr Rohmaterial gelagert wurde (56.4). Dies stimmt mit dem hohen Wert bei der Einkaufsmenge überein (60.0). Ebenfalls zugenommen haben die Beschäftigung (58.6) und die Liefer-fristen, die sich also verlängerten (54.3). Zudem haben sich die höheren Energiepreise bemerkbar gemacht, die die Einkaufpreise ansteigen lassen dürften (70.0).
PMI Dienstleistungen weiter in der Wachstumszone
Wachstumsschwelle = 50
- Der Auftragsbestand wächst weiterhin an.
- Die Geschäftsaktivität steigt stark.
- Steigende Einkaufspreise bleiben herausfordernd.
Dienstleistungen: Leicht abnehmender Index
Der Dienstleistungssektor zeigt ein weiteres Mal ein positives Wachstum an (53.9 Punkte). Auch hier ist das Wachstum breit abgestützt, denn sämtliche Subindikatoren befinden sich über der Wachstumsschwelle von 50. Die höchste Kontribution hatte die Geschäftsaktivität, die stark zugenommen hat (57.3). Die Neuaufträge (52.2) und der Auftragsbestand (53.7) geben Zuversicht für das nächste Quartal, auch wenn die Zunahme geringer ausfiel als im Vorquartal. Zudem ist die Beschäftigung (52.2) aus der Stagnation ausgebrochen und moderat gewachsen. Die höheren Energiepreise dürften auch im Dienstleistungssektor die Einkaufspreise (67.7) belasten, auch wenn die Verkaufspreise (57.9) ebenfalls erhöht werden können.
Der PMI Kanton Schwyz
Der Einkaufsmanagerindex (Purchasing Managers' Index oder PMI) ist ein bewährter Vorlaufindikator zur Messung der Konjunktur. In der Erhebung werden Industrie- und Dienstleistungsunternehmen aus dem Kanton Schwyz zu ihrer Auftragslage und weiteren Komponenten befragt. Zur Auswahl stehen jeweils drei Antwortmöglichkeiten: mehr, gleich oder weniger im Vergleich zum Vorquartal. Werte über 50 prognostizieren ein Wachstum, Werte unter 50 einen Rückgang. Der Index zeigt lange vor dem detaillierteren Bruttoinlandprodukt (BIP) auf, wie sich die Wirtschaft voraussichtlich entwickeln wird. Der PMI kommt weltweit zur Anwendung und erzielt historisch gesehen recht genaue Resultate. Der PMI Kanton Schwyz ist eine Kooperation des Amts für Wirtschaft mit der Schwyzer Kantonalbank und wird quartalsweise erhoben und veröffentlicht.