Schwyzer KMU: Stimmung hellt sich auf breiter Front auf
Die vorerst beruhigte geopolitische Lage hat im zweiten Quartal zu einer deutlichen Aufhellung der Stimmung bei den Schwyzer KMU geführt. Die Werte von Industrie und Dienstleistungen liegen über der Wachstumsschwelle von 50. Insgesamt sind die Werte aber weniger optimistisch als die gesamtschweizerischen. Ein wesentlicher Treiber auf kantonaler und nationaler Ebene sind die Produktionssteigerungen, die im Vorquartal flau beziehungsweise rückläufig waren.
PMI Industrie erholt sich weiter
Wachstumsschwelle = 50
- Höherer Auftragsbestand führt zu mehr Zuversicht.
- Produktion wächst erstmals seit einem Jahr wieder.
- Lieferfristen weiterhin erhöht.
Industrie: Zuversicht nimmt zu
Im zweiten Quartal hat sich die Wachstumsdynamik des Schwyzer Industriesektors verstärkt (54.0 Punkte). Hervorheben kann man die deutliche Erhöhung der Produktionsleistung (54.2). Zudem hat der Auftragsbestand (53.5) weiter zugenommen. Trotz der geopolitischen Entspannung bleiben die Lieferfristen (58.5) weiterhin erhöht. Im Index wird dies als positiver Faktor berücksichtigt. Im aktuellen Umfeld dürfte dieser aber eher negativ wirken. Die Lagerbestände entwickelten sich unterschiedlich (Rohmaterial: 52.1, Fertigprodukte: 49.3). Ebenfalls deutlich angezogen haben die Einkaufspreise (82.4). Die höhere Beschäftigung (52.1) und Einkaufsmenge (55.6) lassen aber darauf schliessen, dass die Zuversicht zugenommen hat.
PMI Dienstleistungen zurück in der Wachstumszone
Wachstumsschwelle = 50
- Neuaufträge erholen sich deutlich.
- Einkaufspreise steigen weiterhin.
- Beschäftigung stagniert.
Dienstleistungen: Ausrutscher ausgebügelt
Nachdem im Vorquartal erstmals seit knapp drei Jahren ein Wert unter der Wachstumsschwelle erzielt wurde, hat sich der Dienstleistungssektor erholt (54.6 Punkte). Der Auftragsbestand erhöhte sich weiter (55.7) und die Neuaufträge haben wieder an Dynamik zugelegt (53.9). Die Produktion wurde gleichzeitig deutlich erhöht (57.0). Die Beschäftigung stagniert weiterhin wie bereits im Vorquartal (50.8). Zudem hat sich der Druck auf die Margen verstärkt: Die Einkaufspreise (66.2) sind stärker gestiegen als die Verkaufspreise (57.2). Die höheren Einkaufpreise dürften den Dienstleistungssektor aber weniger stark belasten wie den Industriesektor.
Der PMI Kanton Schwyz
Der Einkaufsmanagerindex (Purchasing Managers' Index oder PMI) ist ein bewährter Vorlaufindikator zur Messung der Konjunktur. In der Erhebung werden Industrie- und Dienstleistungsunternehmen aus dem Kanton Schwyz zu ihrer Auftragslage und weiteren Komponenten befragt. Zur Auswahl stehen jeweils drei Antwortmöglichkeiten: mehr, gleich oder weniger im Vergleich zum Vorquartal. Werte über 50 prognostizieren ein Wachstum, Werte unter 50 einen Rückgang. Der Index zeigt lange vor dem detaillierteren Bruttoinlandprodukt (BIP) auf, wie sich die Wirtschaft voraussichtlich entwickeln wird. Der PMI kommt weltweit zur Anwendung und erzielt historisch gesehen recht genaue Resultate. Der PMI Kanton Schwyz ist eine Kooperation des Amts für Wirtschaft mit der Schwyzer Kantonalbank und wird quartalsweise erhoben und veröffentlicht.