Schwyzer KMU: Einkaufspreise trüben die Stimmung
Der Industriesektor spürt die erhöhte Unsicherheit bezüglich der Energiepreise, die Stimmung hat sich jedoch leicht verbessert. Im Dienstleistungssektor hat sich das Tempo deutlich verlangsamt. Im Vergleich zur Entwicklung auf Landesebene fällt die Schwyzer Konjunktur in beiden Sektoren klar schwächer aus.
PMI Industrie leicht über Wachstumsschwelle
Wachstumsschwelle = 50
- Stagnationstendenzen nach wie vor ersichtlich.
- Auftragsbestand wächst wieder.
- Beschäftigung weiterhin leicht rückläufig.
Industrie: Nahost-Konflikt verteuert Einkauf
Die Schwyzer Industrie wuchs im ersten Quartal leicht (50.6 Punkte). Der Auftragsbestand (51.4) hat zugenommen, die Produktion (47.9) ist jedoch leicht zurückgegangen. Die geringere Einkaufsmenge (44.4) ist Ausdruck eines geringeren Optimismus und hängt wohl auch mit deutlich höheren Einkaufspreisen (66.7) zusammen. Vereinzelt nennen die KMU höhere Energiepreise und die Eskalation in Nahost als Auslöser. Die Lieferfristen haben sich weiter verlängert (56.3). Neben Lieferengpässen ist dies ein Anzeichen einer intakten Nachfrage. Während der Lagerbestand von Rohmaterial (51.4) angestiegen ist, lagern die KMU weniger Fertigprodukte (46.5).
PMI Dienstleistungen mit Wachstumsstopp
Wachstumsschwelle = 50
- Weniger Neuaufträge, Auftragsbestand stagniert.
- Preiswachstum setzt sich fort.
- Schwächere Konjunktur als auf Landesebene.
Dienstleistungen: Dynamik ausgebremst
Nachdem die Dienstleistungskonjunktur während zwei Jahren erfreuliche Wachstumsraten verzeichnet hatte, steckt der Sektor nun in einer Stagnation (49.7 Punkte). Die Abkühlung basiert auf einer Trendwende bei den Neuaufträgen (46.6). Die erhöhte Unsicherheit dürfte dafür verantwortlich sein. Der Auftragsbestand wuchs nur noch leicht (50.8). Die Indizes für Produktion (50.6) und Beschäftigung (50.8) befinden sich auf ähnlichem Niveau. Die Produktion ist deutlich schwächer gewachsen als im Vorquartal. Die Preise sind weiter gestiegen, wobei die Einkaufspreise (65.8) ein weiteres Mal stärker gestiegen sind als die Verkaufspreise (57.6). Weiterhin bauen die KMU ihre Beschäftigung leicht aus (50.8).
Der PMI Kanton Schwyz
Der Einkaufsmanagerindex (Purchasing Managers' Index oder PMI) ist ein bewährter Vorlaufindikator zur Messung der Konjunktur. In der Erhebung werden Industrie- und Dienstleistungsunternehmen aus dem Kanton Schwyz zu ihrer Auftragslage und weiteren Komponenten befragt. Zur Auswahl stehen jeweils drei Antwortmöglichkeiten: mehr, gleich oder weniger im Vergleich zum Vorquartal. Werte über 50 prognostizieren ein Wachstum, Werte unter 50 einen Rückgang. Der Index zeigt lange vor dem detaillierteren Bruttoinlandprodukt (BIP) auf, wie sich die Wirtschaft voraussichtlich entwickeln wird. Der PMI kommt weltweit zur Anwendung und erzielt historisch gesehen recht genaue Resultate. Der PMI Kanton Schwyz ist eine Kooperation des Amts für Wirtschaft mit der Schwyzer Kantonalbank und wird quartalsweise erhoben und veröffentlicht.