5.3 Strategie

Nachhaltigkeit ist im Sinn und Zweck der Schwyzer Kantonalbank verankert. Dies leitet sich unter anderem aus dem Gesetz über die Schwyzer Kantonalbank ab, in welchem steht, dass die SZKB zu einer ausgewogenen und nachhaltigen Entwicklung des Kantons beiträgt. Die Nachhaltigkeitsstrategie der SZKB umfasst alle Dimensionen aus E, S und G. Der Klimawandel wird in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bank durch entsprechende Zielsetzungen sowie Massnahmen thematisiert und verankert.

Der Klimawandel stellt eine zunehmende Herausforderung für den Finanzsektor dar. Klimarisiken oder naturbezogene Finanzrisiken generell können die Kreditportfolios und Investitionen beeinträchtigen, während nachhaltige Finanzierungen neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen. Regulatorische Anforderungen, wachsende Erwartungen von Stakeholdern oder die langfristige Wirtschaftlichkeit machen es notwendig, Klimafragen in die Strategie zu integrieren. Die Nachhaltigkeitsstrategie der SZKB taxiert den Klimawandel als wesentlich und integriert neben weiteren Nachhaltigkeitsaspekten auch Klimathemen.

Der Klimawandel wird bei der SZKB als Risikotreiber verstanden, der bestehende Risikoarten wie Kredit-, Markt-, Liquiditäts-, operationelle und strategische Risiken beeinflusst. In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der TCFD unterscheidet die SZKB zwischen physischen und transitorischen Klimarisiken.

Bei physischen Risiken wird generell von einer Zunahme an Schäden aufgrund von klimabedingten akuten Ereignissen (insbesondere Naturkatastrophen oder Elementarereignissen) oder chronischen Entwicklungen (z.B. Veränderung Vegetationszone, Schneefallgrenze, Auftauen Permafrost) ausgegangen. Transitorisch getriebene Risiken entstehen durch politische Veränderungen, z.B. aufgrund von regulatorischen Eingriffen – wie die Einführung einer CO₂-Steuer – oder dem Verbot von bestimmten Technologien (z.B. von bestimmten Heiztypen) sowie durch gesellschaftliche Veränderungen (z.B. ein verändertes Nachfrageverhalten).

Die Fachstelle Nachhaltigkeit führt mit spezifischem Beizug von weiteren internen Mitarbeitenden jährlich eine Einschätzung der ESG-Risikotreiber durch, welche durch die Abteilung Risikomanagement geprüft und durch die Nachhaltigkeitskommission genehmigt wird. Im Anschluss werden die wesentlichen ESG-Risikotreiber den bestehenden Risikokategorien zugeteilt. Im Rahmen der jährlichen Risk Assessments fliessen diese Risikotreiber dann wiederum in die Risikoeinschätzung der Risikokategorien ein, sodass die Berücksichtigung der Treiber sichergestellt ist. Im Umweltbereich (inkl. Klima) hat die SZKB ESG-Treiber identifiziert. Bei den physischen Risiken stehen klimabedingte Entwicklungen wie z.B. vermehrte Naturereignisse im Vordergrund. Die Transitionsrisiken werden insbesondere durch regulatorische Anpassungen, ein verändertes Nachfrageverhalten oder technologische Entwicklungen geprägt. Ergänzend wirken die Verfügbarkeit und Qualität von Klimadaten als Treiber für die angemessene Integration klimabezogener Aspekte in die internen Prozesse.

Klimabezogene Risiken

Der Zeithorizont für die Beurteilung von klimabezogenen Chancen und Risiken wird bei der SZKB in kurzfristig, mittelfristig und langfristig unterteilt.

Kurzfristig

0 bis 5 Jahre

Mittelfristig 

5 bis 10 Jahre

Langfristig 

10 bis 30 Jahre

 

Die SZKB ist in allen Risikokategorien grundsätzlich physischen und transitorischen ESG-Risiken ausgesetzt. Naturereignisse können Kredit- und Liquiditätsrisiken erhöhen, während CO₂-Regulierungen, technologische Veränderungen sowie steigende gesellschaftliche Erwartungen die Kredit-, Liquiditäts-, operationellen und strategischen Risiken beeinflussen können. Zudem bestehen transitorische Herausforderungen wie regulatorische Unsicherheiten und mögliche Greenwashing-Risiken im operationellen Bereich. Insgesamt bewertet die SZKB jedoch die identifizierten ESG-Risikotreiber über alle Risikokategorien hinweg als nicht wesentlich und ohne wesentliche Auswirkungen auf ihre Risikosituation.

Langfristig erwartet die SZKB eine zunehmende Relevanz der physischen Risiken, da die Auswirkungen des Klimawandels immer spürbarer werden, und eine abnehmende Relevanz der Transitionsrisiken.

Klimabezogene Chancen

Die SZKB hat eine Reihe potenzieller klimabedingter Chancen identifiziert, die sich aus dem gesellschaftlichen Wandel, neuen regulatorischen Anforderungen sowie technologischen Entwicklungen ergeben.

 

Chance Beschreibung
Neue Geschäftsfelder und Produkte Die Bewältigung des Klimawandels eröffnet der SZKB vielfältige Chancen, neue Geschäftsfelder und Produkte zu erschliessen. Insbesondere die Entwicklung und das Angebot von «grünen» Krediten, nachhaltigen Anlageprodukten und ESG- Fonds bieten der Bank eine Möglichkeit, zusätzliche Einnahmequellen zu generieren. Im Gebäudebereich ergeben sich Potenziale durch die Finanzierung von Gebäudesanierungen und den Ersatz fossiler Heizsysteme. Diese Massnahmen unterstützen nicht nur die Energiewende, sondern stärken auch die Position der SZKB.
Energieeffizienz und Kostenreduzierung Investitionen in energieeffiziente Gebäude, Technologien und Prozesse ermöglichen der SZKB, ihre Betriebskosten langfristig zu senken. Der verstärkte Einsatz von erneuerbaren Energien trägt nicht nur zur Kostenreduktion bei, sondern fördert auch das Umweltbewusstsein innerhalb der Belegschaft und unterstreicht das Engagement der Bank für nachhaltiges Wirtschaften.
Förderung von nachhaltigem Unternehmertum Die SZKB sieht im Wandel hin zu nachhaltigen Produktionsmethoden und Prozessen weitere Chancen. Unternehmen werden verstärkt in nachhaltige Innovationen investieren, wie z.B. in Recycling oder andere zirkuläre Geschäftsmodelle. Die SZKB prüft derzeit, ob und in welchem Umfang gezielte Finanzierungen für Projekte oder Unternehmen in Betracht gezogen werden können, die potenziell soziale oder ökologische Vorteile bieten. Aktuell sind solche Massnahmen noch nicht umgesetzt, könnten aber zukünftig die Position der SZKB als vertrauenswürdige Partnerin für nachhaltige Finanzierungen stärken und die Gewinnung neuer Kundschaft ermöglichen sowie bestehende Kundenbeziehungen festigen. Gleichzeitig leisten Finanzierungen mit sozialen und ökologischen Kriterien einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen und ökologischen Transformation.

Im Rahmen der Risikoinventur wurde eine qualitative Bewertung von ESG-Risikotreibern durchgeführt. Die Bewertung wird für die Risikokategorie mit der grössten Betroffenheit um Szenarioanalysen und -berechnungen ergänzt. Die SZKB hat sich 2023 und 2024 aufgrund der erhöhten Betroffenheit mit dem Kreditrisiko im Kundenbereich auseinandergesetzt und im Bereich des Hypothekargeschäfts sowie im Bereich der Unternehmenskunden zum Transitionsrisiko «CO₂-Steuer auf Kundenausleihungen» eine Szenarioanalyse vorgenommen. Die weiteren Risikokategorien zeigten sich im Vergleich weniger stark betroffen, weshalb von weiteren Szenarioanalysen abgesehen wurde. Die Ergebnisse der Szenarioanalysen zeigen auf, dass die erwarteten Verluste nur gering ansteigen. Die Materialität der Szenarien ist so einzuordnen, dass ein Eintritt des Szenarios für die SZKB spürbar wäre, aber nicht existenzgefährdend. Da sich das Kreditportfolio der SZKB nicht stark verändert hat, werden dieselben Erkenntnisse auch für 2025 übernommen. Für Beurteilungen der langfristigen Entwicklungen wurden erste Versuche von quantitativen Szenarioanalysen vorgenommen, zu deren Validierung und Erhöhung der Aussagekraft allerdings noch weitere Analysen und Abklärungen in Zukunft vorgenommen werden.

Die SZKB erkennt klimabedingte Risiken und Chancen als wesentliche Treiber, die sowohl die strategische Ausrichtung als auch die Finanzplanung beeinflussen. Die gezielte Integration nachhaltiger Ansätze schafft nicht nur Potenziale zur Differenzierung im Wettbewerb, sondern ermöglicht es auch, langfristige Risiken effektiv zu reduzieren und den steigenden regulatorischen sowie gesellschaftlichen Anforderungen proaktiv zu begegnen.

Zur systematischen Berücksichtigung klimabezogener Risiken entwickelt die SZKB ihre Risikomanagementprozesse kontinuierlich weiter, um diese Risiken präziser zu erfassen und besser zu quantifizieren. Dies kann eine erhöhte Bildung von Rückstellungen sowie die vorausschauende Berücksichtigung von Marktschwankungen und regulatorischen Vorgaben in der Liquiditätsplanung erforderlich machen. Gleichzeitig eröffnen die Wachstumsprognosen im Bereich nachhaltiger Produkte vielversprechende Perspektiven, die aktiv in strategische Entscheidungsprozesse integriert werden.